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Thomas Wolf

Fleckenzahl mit bloßem Auge: A-Netz

Im A-Netz zählen viele Beobachter Sonnenflecken, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Der Hintergrund sind die historischen Berichte von Sonnenflecken, die seit 2800 Jahren in alten Chroniken auftauchen. Wie diese Berichte auszuwerten sind, ist durchaus umstritten. Verraten solche Einzelbeobachtungen wirklich etwas über die Sonnenaktivität der Vergangenheit?

Das zweite und vielleicht wichtigste Motiv für unsere Beobachtungen ist das genaue Hinschauen. Mit dem bloßen Auge sind auch große Sonnenflecken nicht immer leicht zu sehen. Die Beobachtung schult das genaue Absuchen der Sonne, übt den genauen Blick, der sich dann auch am Teleskop in besseren Beobachtungen bewährt.

Kontakt zur Gruppe

Ansprechpartner: Steffen Fritsche, Steinacker 33, D-95189 Köditz

E-Mail: Steffen Fritsche

Hierhin schicken Sie bitte auch die Monatslisten mit Ihren Beobachtungen, oder geben Sie Ihre Beobachtungen über das Online-Formular auf dieser Web-Seite ein:
Menü "Dateneingabe - A-Netz".


Die Ergebnisse veröffentlichen wir in den Zeitschriften SONNE, "Abenteuer Astronomie" und hier im Internet.

Zugang zu den bisherigen Daten:

Ergebnisse

Diagramme


Wie wir beobachten

Zählen Sie die mit bloßem Auge durch ein Filter sichtbaren Sonnenflecken. Die beobachtete Anzahl ist die A-Zahl. Dabei wird es je nach Sonnenaktivität (häufig) vorkommen, dass kein Fleck mit bloßem Auge sichtbar ist. Auch solche Beobachtungen sind wichtig und werden als A-Zahl = 0 notiert.
Ein einzelner beobachteter Fleck ergibt A = 1, zwei sichtbare Flecken (auch wenn sie dicht beieinander liegen) ergeben A = 2.

Die Besonderheit: Unter bestimmten Bedingungen können Sonnenflecken mit bloßem Auge auch ohne Filterhilfe gefahrlos erkannt werden. Solche Bedingungen können bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergängen eintreten oder wenn das Sonnenlicht durch eine Nebelschicht sichtbar ist.

Beobachtungen dieser Art werden zusätzlich gemeldet und gesammelt und mit A* bezeichnet.

Das Bild oben zeigt solche Sonnenflecken vom 8. Januar 2014, die ohne Hilfsmittel bei Sonnenuntergang sichtbar waren. Ganz ähnlich entstanden übrigens viele historische Beobachtungen vor der Erfindung des Teleskops.

Für die Notierung Ihrer Beobachtungen können Sie hier Vorlagen zum Ausdrucken herunterladen:

Zur Aufzeichnung Ihrer A-Zahlen das Arbeitsblatt Relativzahlen.

Für Zeichnungen und genaue Notizen: Monatsliste A-Netz mit Skizzen und Klassifikation.

Um nicht voreingenommen an die Beobachtung heranzugehen, hat es sich bewährt, die Sonne zuerst mit bloßem Auge anzusehen und erst danach eine teleskopische Beobachtung anzuschließen.


Sie brauchen unbedingt ein Schutzfilter.

Einfach in die Sonne schauen ist schmerzhaft und wird Ihre Augen sehr schnell schädigen. Es gibt preiswerte Filter, die für Kosten von wenigen Euro die Augen schützen und eine sichere Beobachtung erlauben.

Schweißglas der Schutzstufen 14 oder 15 aus dem Handwerker-Fachhandel oder aus dem Baumarkt. Achten Sie unbedingt auf die Schutzstufen, denn für Ihre Augen geht es vor allem auch um ausreichenden Schutz vor ultravioletter und infraroter Strahlung. Beide kann das Auge nicht sehen, sie richten aber schwere Schäden an.
Das Schweißglas können Sie in Pappe oder Holz montieren oder einfach so vor die Augen halten.

Fernrohr-Objektivfilter gibt es aus verschiedenen Materialien: Glas oder preiwerte Folienfilter. Die Filter müssen für die visuelle Sonnenbeobachtung zugelassen sein. Das sind Filter der Dichte 5, nicht jedoch die Filter der Dichte 3 für Fotografie. Die früher beliebte Rettungsfolie bietet keinen ausreichenden Schutz.

Sonnenfinsternisbrillen mit Baader AstroSolar-Folie der Dichte 5 gibt es im Astro-Fachhandel. Behandeln Sie diese Brillen genauso vorsichtig und geschützt, wie Fernrohroptik. Kratzer in der Folie lassen nämlich die schädliche Strahlung durch. Sie sind an hellen Stellen in der Filterfolie erkennbar, wenn Sie die Brille vor die Sonne halten. Hat Ihre Brille einen solchen Kratzer, darf sie nicht mehr verwendet werden.

Wir empfehlen das Schweißglas als sicherste und preiswerte Methode für die Sonnenbeobachtung mit dem bloßen Auge.


Was wir auf der Sonne sehen

Mit dem bloßen Auge sind nur sehr große Sonnenflecken sichtbar. Der Grund ist das begrenzte Auflösungsvermögen des Auges, aber auch die Übung des Beobachters beim genauen Hinschauen.

Das Bild zeigt eine ungewöhnlich große, kompakte Sonnenfleckgruppe, die im Oktober 2014 als Einzelfleck für viele Beobachter mit dem bloßen Auge sichtbar war: A = 1.
Einige Beobachter haben aber mit dem bloßen Auge die Gruppe als zwei getrennte Flecken wahrgenommen und A = 2 gezählt.

Auch bei sehr großen bipolaren Gruppen können zwei Flecken in derselben Gruppe sichtbar sein, die dann als A = 2 gezählt werden.

Genauso werden sichtbare Flecken gezählt, die in verschiedenen Fleckengruppen auftreten. Eine Unterscheidung von Fleckengruppen und Einzelflecken ist mit dem bloßen Auge nicht möglich.

Weil wir die Entwicklung der Sonnenaktivität verfolgen, sind Sichtungen von Sonnenflecken genauso wichtig, wie Aufzeichnungen für fleckenfreie Tage. Wir wollen den Nachteil der lückenhaften historischen Aufzeichnungen nicht wiederholen. Aus ihnen gehen Sichtungen von Sonnenflecken hervor, nicht jedoch Beobachtungen der fleckenfreien Sonne. Diese unsystematische Datenlage der historischen Beobachtungen erschwert die Interpretation erheblich.


Unsere bisherigen Ergebnisse

Die Graphik zeigt die Monatsmittel der A-Zahlen seit 1984, dem Beginn des Beobachtungsprojekts, bis 2016. Die geglättete Kurve entsteht durch P17-Mittelung. Die Monatsmittel sind ähnlich "verrauscht" wie die Wolf'schen Relativzahlen. Wir sehen im A-Netz also auch kurzfristige Schwankungen der Sonnenaktivität.

Manchmal sind sogar mehrere Sonnenflecken mit dem bloßen Auge sichtbar (die A-Zahl ist größer 1). Durchaus überraschend ist, daß auch in der Nähe der Sonnenfleckenminima mit dem bloßen Auge sichtbare Sonnenflecken auftreten. Sehr große Sonnenflecken sind also nicht auf die Zeiten der stärksten Sonnenaktivität beschränkt.

Die Darstellung der A-Zahlen (fette Linie) gegen die Relativzahlen des SONNE-Netz (dünne Linie), geglättet mit P17-Mittelung zeigt bemerkenswerte Einzelheiten. Zur besseren Darstellung sind die A-Zahlen mit zehn multipliziert.

Grundsätzlich bilden die A-Zahlen den zyklischen Verlauf der Sonnenaktivität ab. Allerdings scheint das Auftreten großer Sonnenflecken, die mit dem bbloßen Auge sichtbar sind, in manchen Zyklen "versetzt" gegen die Relativzahl-Kurve, in anderen nicht.

Wir wissen nicht, ob solche "Versätze" typisch für die Höhe der Sonnenaktivität in einem Zyklus sind, wie sich hier vielleicht andeutet. Einzelne Zyklen können kein Bild für eine allgemeine Regel liefern. Es ist deshalb wichtig, auch im A-Netz sehr langfristig zu denken. Der Wert der Beobachtungen steigt mit der Zeit, in der Amateurastronomen das Projekt verfolgen.

Literatur

Eine Übersichtsarbeit über historische Beobachtungen von Sonnenflecken:
J. M. Vaquero: Historical Sunspot Observations: A Review.
Adv.SpaceRes. 40: 929-941, 2007.


Übrigens ...

Historische Sonnenbeobachtungen werden auch von Amateur-Sonnenbeobachtern angeschaut. Der Zugang ist oft möglich, weil die alten Bücher digitalisiert im Internet zur Verfügung stehen.
Hier gibt es ein Beispiel in SONNE 139. Der Artikel zeigt, daß die alten Beobachtungen mit einem kritischen Auge bewertet werden müssen.

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Letzte Änderung: 12-01-2017

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23.-25.06.2017:
40. Sonnetagung, Sternwarte Bergedorf, Hamburg

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Der Workshop 2017 wird verschoben auf das Folgejahr



Quelle: NOAA Active Regions vom SDO

Heutige Sonnenaktivität